Erinnerung an Hans Pletzer

Kurz nach dem Tod von Ernst Pletzer ist auch sein Bruder Hans Pletzer am 19. Dezember 2020 verstorben. Auch der Hans war ein herausragendes Mitglied im Trachtenverein Anger-Höglwörth, besonders als Musikant in der Trachtenkapelle. In diesem Bericht möchten wir gerne an ihn und sein Wirken erinnern.

Hans Pletzer in der Tracht, wie wir ihn in Erinnerung haben

 

Der Pletzer Hans ist am 12. August 1938 in Ruhpolding/Froschsee geboren und kam 1939 ins Zuhaus vom Schönberger am Irlberg in Anger. Bereits mit 12 Jahren, noch in der Schulzeit, kam er zum Oberstoißer am Stoißberg zur Mithilfe in der Landwirtschaft.

Von 1954 bis 1956 war er dann beim Kühberger in Freidling als Knecht in der Landwirtschaft.

Ab 1956 wohnte er wieder im Zuhaus in Schönberg und begann eine Lehre als Maurer bei der Fa. Neubauer in Reichenhall. Von 1962 an war er dann bei der Fa. Steinbrecher später Fa. Koch in Anger als Maurer, lange Zeit als Vorarbeiter, bis zum Renteneintritt beschäftigt.

Nebenbei hat er auch gerne Pflaster und Fliesenarbeiten ausgeführt. Beim Vereinsheimbau hat er sich natürlich auch besonders stark eingebracht.

(v.li.) Ernst, Anna und Hans Pletzer vor dem Zuhaus in Schönberg, wo Sie wohnten.
Hans Pletzer und Franz Nitzinger (Oberstoiß) unterwegs zu einem Ritt.

 

 

Im Jahre 1955 ist der Pletzer Hans dem Trachtenverein Anger-Höglwörth beigetreten und war bis 1958 Aktiver Plattler.

 

Von 1962 bis 1967 war er 2. Vorstand des Trachtenvereins.

 

2005 erhielt er im Rahmen des Trachtenjahrtages das Goldene Gauehrenzeichen des Gauverband I.

Hochzeitsfoto von Maria und Hans Pletzer

 

 

 

Am 29.02.1960 hat Hans Pletzer mit Maria Steinbrecher aus Höglwörth den Bund der Ehe geschlossen.

Er ist mit Ihr in das Zuhaus vom Hütterbauern am Stoißberg eingezogen. 1969 konnten Sie dann Ihr neugebautes Haus in Jechling beziehen, dort wohnte er bis zu seinem Lebensende.

Maria und Hans haben 3 Töchtern das Leben geschenkt.

Hans an der kleinen Trommel

 

 

Ab 1957 begann der Pletzer Hans das Musikspielen bei der Trachtenkapelle Anger-Höglwörth als Schlagzeuger. Damit begann seine Karierre als Musikant.

Er wird uns noch lange in Erinnerung bleiben, wenn er mit der kleinen Trommel beim Konzert, beim Marschieren, im Bierzelt, oder am Schlagzeug für die Tanzmusik in seinem Element war.

Er hat uns mit seiner Musik viel Freude gemacht und wird uns unvergessen bleiben.

Andreas Nitzinger und Hans Pletzer am Schlagwerk
Hans am Schlagzeug

Beim Heimatabend spielen für den Trachtenverein Karlstein am Schroffen (Bad Reichenhall)

Musik machen war fürn Hans sein Leben. Wenn bei der Trachtenkapelle gerade mal nichts zu spielen war, hat er gerne bei anderen Musikkapellen ausgeholfen. Dies waren die Bergschützenkapelle Anger, die Musikkapelle Piding, die Musikkapelle Weildorf und bei einer Gruppe der Musikkapelle Teisendorf.

Der Hans war, wenn er gerade nicht in der Arbeit oder beim Musik machen war, gerne in Gesellschaft. Er schätzte die Unterhaltung am Stammtisch und besuchte viele Veranstaltungen von anderen Musikern.

 

Der Verein mit der Trachtenkapelle hat ein verdientes Mitglied und guten Kameraden verloren. Er wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Ein schöner Gottesdienst am weißen Sonntag mit allen drei Fahnenabordnungen und den Mitgliedern des Vereins.

Am Sonntag, den 11.04., konnten wir den Gottesdienst zum Jahrtag unseres Trachtenvereins feiern. Angeführt von Ministranten aus der Kinder- und Jugendgruppe und unseren drei Fahnenabordnungen war die Kirche "gefüllt" mit den aktiven Dirndln und Buam sowie den Spenzerfrauen und Männern des Vereins. Leider konnten aufgrund der gesetzlichen Auflagen nicht alle Vereinsmitglieder an diesem Vormittag am Gottesdienst teilnehmen.

 

Herr Pfarrer Anghel hielt eine sehr persönliche Predigt über die Wichtigkeit des Glaubens und des Brauchtums in dieser schwierigen Zeit. Er freue sich, endlich wieder Fahnenabordnungen und Trachtlerinnen und Trachtler in der Kirche begrüßen zu dürfen. Für die musikalische Gestaltung dürfen wir bei unserer Organistin Martina Jakob Vergelt's Gott sagen.

Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft wieder einen vollständigen Jahrtag mit Gottesdienst und der anschließenden Versammlung durchführen können, um die ausstehenden Ehrungen an verdiente Mitglieder zu überreichen. Außerdem gibt es inzwischen sicherlich einigen Gesprächsstoff zwischen den Frauen und Männern, der in einem gepflegten Frühschoppen ausgetauscht werden sollte.

Außerdem scharren unsere Jüngsten schon einige Zeit mit den Hufen bzw. Haferlschuah bis endlich wieder Proben stattfinden können.

Unsere Bitte an alle Vereinsmitglieder: Unterstützt wo ihr könnt, um diese Jugendarbeit wieder zu ermöglichen, so wie wir es im Sommer 2020 wenigstens unter strengen Auflagen durchführen konnten.

Wir hoffen euch bald wieder über Aktivitäten des Vereins informieren zu dürfen.

Gedenken an Ernst Pletzer

Der Trachtenverein Anger-Höglwörth hat in letzter Zeit leider einige sehr verdiente Mitglieder verloren, denen hier auf der Internetseite des Trachtenvereins gedacht werden soll.

Einer davon ist Ernst Pletzer.

In diesem Bericht soll Anhand eines Lebenslaufes, mit Bildern, über sein Wirken im Verein an Ihn erinnert werden.

Der Ernst ist am 31.05.1933 in Inzell geboren. Er kam 1939 nach Anger ins Zuhaus vom Schönbergbauern am Irlberg. 1959 zog er in sein neugebautes Haus in Höglwörth ein, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Nach der Schule war er bis 1954 Dienstbote beim Schönberger. Danach erlernte er den Beruf des Wildbachverbauer beim Wasserwirtschaftsamt. Diesen Beruf übte bis zu seiner Rente aus.

1950 Ernst als stolzer Trachtler

 

 

Im November 1950 ist er dem Trachtenverein Anger-Höglwörth beigetreten.

 

 

1959 heiratete Ernst seine Frau Lisi, mit Ihr hat er 3 Kindern das leben geschenkt. Leider verstarb seine Frau schon 1979. Seine 2. Ehe schloss der Ernst mit Anne im Jahre 1980.

 

Hochzeit Ernst und Lisi Pletzer 1959

Hochzeit Ernst und Anne Pletzer 1980

Ernst als Aktiver beim Preisplattln

Doch trotz seiner harten Arbeit im Bach, dem Hausbau und seiner Schicksalsschläge war er immer für den Trachtenverein da und dem heimatlichen Brauchtum verbunden.

Hier ein Überblick über seine Tätigkeiten im Verein

1950 - 1963                Aktiver Plattler

1962 - 1965                2. Kassier

1965 - 1981                1. Kassier

1981 - 2010                Ausschußmitglied der Vostandschaft

1957 - 1991                Schnalzer der Apperschnalzer

                                   1974 - 2015                Böllerschütze im GTEV

                                   1995 - 2013                Hausmeister vom Trachtenheim des Vereins

                                   2000                          Goldenes Gauehrenzeichen

Besonders ist seine Tätigkeit als Hausmeister des Vereinsheim von 1995 - 2013 zu würdigen. Er war fast jeden Tag dort, hat nach dem Rechten gesehen, sauber gemacht und aufgeräumt. Er hat kaum geschimpft wenn auch mal das Vereinsheim nicht sauber hinterlassen war. Zum Dank erhielt er als er aufhörte einen gemalten Teller, auf dem das Vereinsheim abgebildet ist. 

Als das Apperschnalzen nach dem Krieg wieder los ging war der Ernst dabei. Er nahm mit der Pass Anger, die früher auch Pass Stoißberg genannt wurde, am Rupertigau-Preisschnalzen teil. Beim Gemeinde-Preisschnalzen war er sogar bis 1991 mit dabei.

Gruppe der Böllerschützen am Maibaum (Ernst vordere Reihe 3. von links)

Nachdem 1973 die Böllerschützen, als eine Gruppe des Trachtenvereins gegründet wurden, hat sich der Ernst auch einen Böller zugelegt, die Böllerprüfung gemacht und 1974 - 2015 mitgeschossen.

Als der Verein Anfang der 70er Jahre mit den Gartenfesten in Höglwörth anfing war er als "Höglwörther" natürlich dabei. Er war der erste, der beim Aufbau da war und ging erst dann nach Hause, wenn alles aufgeräumt war. Dies war auch nicht anders, als das Gartenfest zum Vereinsheim umgesiedelt ist.

Für Ihn war es solange er konnte fast eine Pflicht Feste zu besuchen, zum Festabend hinzufahren und auch an allen Veranstaltungen der Trachtensache dabei zu sein.

 

 

Es ist auch zu erwähnen das er auch bei der Feuerwehr, Schützenverein und Herrngrabverein von Höglwörth sehr angagiert war.

 

 

Der Ernst war immer gerne dabei im Verein, natürlich auch in geselliger Runde und gehörte oft beim "Hoamgeh" zu den letzten, weils so schön war.

 

 

Die Ehrung für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit hätte er im Jahre 2020 in einem würdigen Rahmen erhalten sollen, doch wegen der Corona - Pandemie wurde ihm diese Ehrung leider nicht mehr zu teil.

 

Der Verein möchte Ihm hiermit nochmals Danke sagen und seiner in Ehren gedenken

In Gedenken an unseren langjährigen Ehrenvorstand Andreas Hillebrand 

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